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Sexualität und Krebs: Wie kann man Sex wieder zum Thema machen?

Sexualität und Krebs scheinen auf den ersten Blick nicht zusammenzupassen. Doch viele Menschen, insbesondere Frauen mit Brustkrebs, beschäftigen sich mit Fragen zu ihrer sexuellen Gesundheit. Zum Glück gibt es Hilfe: Nienke Dekkinga, Sexualberaterin, trägt dazu bei, diese Themen in den Fokus der öffentlichen Diskussion zu rücken. Sie bietet Schulungen für Patientenorganisationen und Vorträge für onkologische Fachkräfte an. Ihre Botschaft ist kraftvoll: Es ist möglich, die sexuelle Lust wiederzuerlangen, selbst nach einer belastenden Krebsbehandlung. Vor einigen Wochen habe ich an einem Online-Meisterkurs mit ihr teilgenommen und freue mich, die Informationen in diesem (oder diesem) Blogbeitrag mit Ihnen zu teilen.

Wie kann man Sexualität zum Gesprächsthema machen?

Sexualität ist ein Thema, das wir oft lieber meiden, insbesondere wenn es um die Auswirkungen von Krankheiten wie Krebs geht. Oft denken wir gar nicht darüber nach und konzentrieren uns stattdessen aufs Überleben.

Die Vorstellung, dass Sex nach einem so traumatischen Erlebnis ein Tabu ist, macht es vielen Menschen schwer, darüber zu sprechen – sowohl mit ihren Partnern als auch mit medizinischem Fachpersonal. Und das ist nicht allein die Schuld der Betroffenen. Auch medizinisches Fachpersonal weiß nicht immer, wie es dieses Thema angemessen ansprechen soll. Dennoch ist es wichtig für Sie und Ihre Beziehung, über Sexualität zu sprechen.

Es beginnt mit offener Kommunikation. Wie fühlst du dich in deinem Körper? Was gefällt dir im Bett, und was nicht mehr? Sexualität beschränkt sich nicht nur auf körperliche Handlungen; es geht auch darum, wie du dich in deinem Körper fühlst. Wenn du Schwierigkeiten hast, Sex zu genießen, kann das dein Selbstbild und deine Beziehung stark beeinträchtigen. Es ist wichtig, gemeinsam mit deinem Partner herauszufinden, was funktioniert und was nicht. Und falls nötig, ziehe eine medizinische Fachkraft hinzu. Das kann dein Hausarzt oder ein Sexualtherapeut sein.

Wie findet man nach einer Brustkrebserkrankung wieder zu seiner Sexualität zurück?

Nach einer Brustkrebserkrankung müssen Sie sich möglicherweise neu mit Ihrem Körper vertraut machen und herausfinden, wie Sie Ihre sexuelle Lust und Ihr sexuelles Verlangen wiederentdecken können. Behandlungen können viele Veränderungen in Ihrem Körper bewirken: Hormontherapien können Ihre Libido dämpfen, Chemotherapie kann Müdigkeit und Übelkeit verursachen, und Operationen können körperliche Veränderungen hervorrufen, die Ihr Sexualleben beeinflussen. Denken Sie beispielsweise an Narbenbildung oder Veränderungen im Gefühl Ihrer Brüste.

Eine groß angelegte Studie aus dem Jahr 2017 mit 3.000 Frauen ergab, dass 51 % kein sexuelles Verlangen mehr verspüren und 60 % unter Scheidentrockenheit leiden. Für 40 % ist das Eindringen schmerzhaft, und 26 % haben Schwierigkeiten, einen Orgasmus zu erreichen. Diese Zahlen mögen erschreckend sein, aber es ist wichtig zu wissen, dass man etwas dagegen tun kann!

Die Auswirkungen einer Krebserkrankung auf die Sexualität reichen weit über die körperlichen Veränderungen hinaus. Die psychischen Folgen sind oft ebenso gravierend. Viele Frauen, die ihre onkologische Behandlung abgeschlossen haben, nehmen über Jahre hinweg Hormone ein, was ihr sexuelles Verlangen weiter verringern kann. Was früher aufregend war, kann plötzlich nicht mehr funktionieren. Ihr sexueller Reaktionszyklus verändert sich, und Sie brauchen Geduld und Kreativität, um die Freude am Sex wiederzuentdecken.

Der sexuelle Reaktionszyklus und wie man ihn wieder in Gang bringt

Früher glaubte man, sexuelles Verlangen entstehe von selbst, doch die Realität sieht oft anders aus. Besonders nach einer Krebsbehandlung kann es nötig sein, die Erregung aktiv zu fördern. Der erste Schritt dazu ist, den sexuellen Reaktionszyklus zu verstehen. Bei Männern wie Frauen wird die körperliche Erregung durch sexuelle Reize ausgelöst, beispielsweise durch eine Erektion beim Mann oder durch die Vergrößerung der Klitoris und die vaginale Lubrikation bei der Frau. Nach einer Behandlung kann dieser Prozess jedoch gestört sein.
Nach einer Brustkrebserkrankung berichten viele Frauen beispielsweise von einer verminderten Klitorisempfindlichkeit oder Schwierigkeiten bei der Erregung. Reagiert Ihr Körper nicht mehr automatisch, kann zusätzliche Stimulation helfen. Gleitmittel (Link) können beispielsweise bei Scheidentrockenheit Linderung verschaffen. Scheuen Sie sich nicht, neue Wege der Selbsterregung auszuprobieren.

Körperliche Gesundheit und Sexualität

Ihre körperliche Gesundheit hat einen wesentlichen Einfluss auf Ihr Sexualleben. Schlechte Fitness, Übergewicht und Rauchen können Ihre Blutgefäße schädigen und dadurch Ihre sexuelle Reaktion beeinträchtigen. Durch Sport und gesunde Ernährung können Sie Ihre Fitness verbessern und so Ihr Sexualleben bereichern. Achten Sie außerdem auf ausreichend Ruhe und Erholung, denn dies fördert nicht nur Ihr körperliches, sondern auch Ihr seelisches Wohlbefinden.

Psychische Gesundheit und Sexualität

Ihr psychischer Zustand beeinflusst Ihre Sexualität genauso stark wie Ihre körperliche Gesundheit. Ihre Einstellung zu Sex – Ihre „sexuelle Einstellung“ – kann entscheidend sein. Negative Assoziationen mit Sex aufgrund von Schmerzen oder schlechten Erfahrungen während Ihrer Krankheit können Ihr sexuelles Verlangen blockieren. Deshalb ist es wichtig, mit Ihrem Partner darüber zu sprechen, was sich gut anfühlt, und Ihre Gedanken und Gefühle zum Thema Sex zu erforschen. Mit Geduld und Offenheit können Sie neue Wege finden, Intimität zu genießen, auch wenn sich Sex nicht immer so anfühlt wie vor Ihrer Krankheit.

Wie findet man heraus, was für einen selbst funktioniert?

Was für dich funktioniert, ist individuell verschieden. Wichtig ist, herauszufinden, welche Reize dich erregen. Vielleicht empfindest du die Berührung deiner Haut nicht mehr so ​​lustvoll wie früher, aber eine erotische Nachricht oder ein intimer Moment können dich erregen. Versuche zum Beispiel, einen erotischen Podcast zu hören. Oder teile deine erotischen Wünsche mit deinem Partner/deiner Partnerin. Das heißt nicht, dass du diese Wünsche unbedingt ausleben musst. Allein das Sprechen darüber kann die sexuelle Erregung steigern. Manchmal verändert sich das Empfinden sexueller Erregung durch eine Behandlung, daher kann es etwas dauern, bis du herausfindest, was für dich funktioniert.

Wichtig ist auch: Schämen Sie sich nicht, Gleitmittel bei Scheidentrockenheit zu verwenden. Probieren Sie es aus, eine erotische Massage zu geben oder zu empfangen. Sex muss nicht immer so sein wie vor der Erkrankung. Neue Formen der Intimität können ebenfalls Befriedigung und Lust schenken. Wenn Penetration für Sie momentan nicht funktioniert, sprechen Sie uns gerne an. Sexuelle Lust beschränkt sich nicht nur auf Geschlechtsverkehr mit Penetration.

Sex nach Krebs

Sex nach einer Krebserkrankung muss nicht aufhören. Er mag sich anders anfühlen und es kann etwas mehr Anstrengung kosten, die Lust wiederzuerwecken, aber mit Geduld, Kommunikation und Offenheit als Paar kann Sex wieder Freude bereiten. Am wichtigsten ist es, sich Zeit zu nehmen, den eigenen Körper und die eigenen Wünsche neu zu entdecken und gemeinsam mit dem Partner ein erfülltes Sexualleben zu gestalten. Wie Nienke Dekkinga sagt, geht es vor allem darum, wie man Befriedigung im Sexualleben findet und wie man diese gemeinsam erreichen kann.

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