Dies ist ein Folgebeitrag zu meinem Blogbeitrag: „Die Schönheit des Sex im späteren Leben“.
Ich habe diesen Blogbeitrag im Anschluss an ein beeindruckendes Seminar verfasst, das ich bei Woet Giannotten, einem bekannten Sexualwissenschaftler in den Niederlanden und Belgien, besucht habe.
Leider geht mit zunehmendem Alter auch eine steigende Anzahl an Erkrankungen einher. Etwa 60 % der Senioren ab 65 Jahren leiden unter mehreren Beschwerden und müssen mitunter bis zu fünf verschiedene Medikamente einnehmen. All diese Medikamente beeinträchtigen leider auch die sexuelle Aktivität und das sexuelle Erleben. Oftmals erhalten die Betroffenen darüber nicht genügend Informationen. Daher ist es wichtig, dieses Thema aktiv mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin zu besprechen. Sexualität ist in den meisten Arztpraxen noch kein gängiges Thema, erfährt aber glücklicherweise auch in der Medizin zunehmend Aufmerksamkeit.
Hier sind einige häufige sexuelle Probleme, die im Alter auftreten können, zusammen mit einigen Tipps:
Inkontinenz und Blähungen
Es ist durchaus möglich, dass beim Sex versehentlich Blähungen auftreten. Das kommt jedoch häufiger bei älteren Menschen vor und ist kein Grund zur Scham. Sprechen Sie zunächst miteinander über Ihre Symptome. Könnten Sie Ihre Ernährung überprüfen? Gibt es Tageszeiten, zu denen Sie weniger Blähungen haben und diese für Sex nutzen könnten? Rentner sind oft flexibler in ihrer Tagesplanung. Falls Sie unter Harninkontinenz leiden, planen Sie Ihren Sex besser und trinken Sie vorher weniger. Oder stellen Sie sicher, dass Sie vor dem Liebesspiel gründlich Wasser gelassen haben.
Verringerte Flexibilität
Auch ältere Erwachsene können unter Steifheit oder Muskelverspannungen leiden oder aufgrund einer Knie- oder Hüftprothese Schwierigkeiten bei der Bewegung haben. Leider geben Orthopäden und Physiotherapeuten wenig Informationen oder Ratschläge zu den Auswirkungen auf das Sexualleben. Am besten ist es, gemeinsam so viel wie möglich auszuprobieren, um herauszufinden, was für Sie am besten funktioniert. Wussten Sie, dass wir bei Intimitijd wunderschöne Sexmöbel anbieten, die Ihren Körper beim Sex tatsächlich unterstützen? Zum Beispiel ein schräges Kissen, das Ihre Hüften besser stützt. Diese „Liebeskissen“ machen verschiedene Stellungen angenehmer. Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf – die Möglichkeiten sind grenzenlos!
Ein weiterer Tipp: Massieren Sie die Verspannungen in Ihrem Körper mit einem angenehm warmen Öl. Zum Beispiel mit dem erotischen Massageöl von LovePlay .
Geringeres Selbstwertgefühl
Nicht jede Frau mag Falten oder hängende Brüste. Wussten Sie, dass es vielen Männern völlig egal ist? Für sie ist der Anblick von Brüsten an sich schon sehr erotisch, ob sie nun hängen oder nicht. Versuchen Sie, Ihren Körper mit etwas mehr Liebe zu betrachten und sich bewusst zu machen, was er im Leben schon alles geleistet hat. Vielleicht haben Ihre Brüste ein oder mehrere Kinder genährt. Schätzen Sie das.
Natürlich können auch Männer unter geringem Selbstwertgefühl leiden. Sprecht darüber miteinander und nehmt euch Zeit, um auszudrücken, was ihr aneinander schätzt.
Verminderte Erregung und Lubrikation
Genauso wie man bei Hörverlust ein Hörgerät benötigt, gibt es auch Hilfsmittel für das Sexualleben. Diese werden leider nicht von der Krankenkasse übernommen 😉. Beispielsweise kann es aufgrund von Medikamenten wie Betablockern zu Scheidentrockenheit kommen. Gleitmittel hilft hier ganz einfach. Wenn die sexuelle Erregung nachgelassen hat, kann ein Sexspielzeug eine tolle Ergänzung für das Liebesleben sein (für Sie und Ihn).
Veränderung in der Beziehung
Leider sterben Männer oft früher als ihre Partnerinnen. Der Verlust eines Lebensgefährten ist nicht nur zutiefst schmerzlich, sondern auch das Bedürfnis nach Nähe und Geborgenheit geht verloren. Doch selbst zu Lebzeiten kann man seinen Partner durch Demenz verlieren, und die Beziehung verändert sich, da man beispielsweise eine stärkere Fürsorgerolle übernimmt, was den Übergang in die Partnerrolle erschwert. Wenn Sie sich dadurch sehr belastet fühlen, sprechen Sie mit jemandem darüber, zum Beispiel mit der Arzthelferin in Ihrer Hausarztpraxis.
Ich möchte insbesondere die Leser meines Blogs, die im medizinischen oder Pflegebereich arbeiten, dazu ermutigen, sich der sexuellen Bedürfnisse und potenziellen Probleme (wie oben erwähnt) älterer Erwachsener bewusst zu werden. Vor allem aber sollten sie sich der heute verfügbaren Möglichkeiten und Lösungen zur Deckung dieser Bedürfnisse bewusst sein. Ignorieren Sie das Thema nicht und machen Sie Sexualität (auch für Singles) zu einem Gesprächsthema.
Und an alle Leserinnen und Leser (jung und alt!): Konzentrieren Sie sich weiterhin auf Intimität und sexuelle Lust. Viele Senioren genießen ihre Sexualität und Sinnlichkeit nach wie vor. Sie nehmen sich sogar mehr Zeit dafür, und der Fokus liegt oft weniger auf Leistung, sondern mehr auf Intimität. Davon können wir uns alle inspirieren lassen. Selbst (oder gerade) im Alter ist es möglich, Sex zu genießen, und das Tabu darum kann verschwinden. Meiner Meinung nach ist das ein wichtiger Bestandteil eines gesunden Alterns.
Schreiben Sie einen Kommentar