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Scham und Unsicherheit im Schlafzimmer: Liebe machen ohne Licht?

Ich schreibe dies zunächst für dich als Frau, aber Männer: Klickt nicht weg. Denn Unsicherheit im Schlafzimmer ist ein universelles Thema. Sie ist vielleicht der größte Spielverderber zwischen den Laken.

Ich bin seit mehr als 20 Jahren verheiratet, aber ich erinnere mich noch lebhaft an die Anfangsjahre. Fand ich es aufregend? Absolut. Traute ich mich, mich buchstäblich und im übertragenen Sinne bloßzustellen? Kaum. Ich war angespannt, machte mir Gedanken über mein Aussehen und ließ am liebsten das Licht aus. "Wenn er nur nicht sieht, dass..."

Inzwischen bin ich, mit viel Liebe, Geduld und Bestätigung meines Mannes, diese Unsicherheit größtenteils losgeworden. Und vielleicht noch wichtiger: Je älter ich werde, desto milder bin ich mir selbst gegenüber geworden. Das wünsche ich dir auch. Denn als Inhaberin von Intimitijd spreche ich wöchentlich mit Frauen, die mit ihrem Spiegelbild kämpfen, und das finde ich schade.

Unsicherheit und Sex: keine gute Kombination

Unsicherheit und Sex passen nicht so gut zusammen. Du hast Angst davor, wie du riechst, wie du dich bewegst, ob dein Bauch flach genug ist oder welche Geräusche du machst. Die Folge? Du bist in deinem Kopf statt in deinem Körper. Während dein Partner wahrscheinlich genießt, bist du mit einem negativen inneren Dialog beschäftigt. Dadurch kannst du dich nicht hingeben, wirst schwieriger erregt und ein Orgasmus ist oft schwer zu finden. Schade! Denn ich gönne dir Sex, bei dem beide gleichermaßen genießen, ohne Hemmungen.

Woher kommt diese kritische Stimme?

Niemand wird unsicher geboren. Es ist erlerntes Verhalten, genährt von einer Welt, die uns ständig erzählt, wie wir aussehen sollten. Selbst wenn du weißt, dass diese perfekten Bilder auf Instagram stark mit Filtern, KI und Photoshop bearbeitet sind, schleicht sich das Vergleichsvirus ein. Wusstest du, dass Studien zeigen, dass soziale Medien direkt zu einem negativeren Körperbild beitragen? Wir vergleichen unser echtes, rohes Leben mit den Höhepunkten eines anderen. Kein Wunder, dass wir uns 'unvollkommen' fühlen.

Glücklicherweise gibt es eine Gegenbewegung (Body Positivity), aber die eigentliche Veränderung beginnt nicht in deiner Timeline, sondern bei dir.

Von Scham zu neuem 'Strahlen': 3 Tipps

Unsicherheit hast du gelernt, also... kannst du sie auch wieder verlernen. Einfach? Nein. Möglich? Ja! Hier sind drei Schritte, um damit anzufangen.

1. Schau mit sanften Augen (Die Spiegelübung)
Dies ist die spannendste, aber effektivste Übung. Stell dich einmal nackt vor den Spiegel. Nicht um schnell deine Kleidung anzuziehen, sondern um wirklich zu schauen. Deine erste Neigung ist wahrscheinlich, sich auf das zu konzentrieren, was du nicht schön findest: diese Speckrolle, diese Dehnungsstreifen, diesen Muttermal. Versuche, diesen Gedanken zu parken. Schau erneut, aber jetzt mit sanften Augen. Sprich laut aus, was du schön findest. Dies nennt man positive Affirmation. Indem du dies trainierst, lernst du, deinen Körper wieder als Ganzes zu sehen, anstatt als eine Sammlung von 'Fehlern'.

2. Hör auf zu vergleichen
Merkst du, dass du von bestimmten Accounts, Serien oder Filmen unsicher wirst? Drück auf den Entfolgen-Button. Schütze dein Herz und deinen Kopf vor unrealistischen Erwartungen. Du musst keinem retuschierten Idealbild entsprechen, um ein großartiger Liebhaber oder eine großartige Liebhaberin zu sein.

3. Sprich mit dem anderen darüber
Scham wächst im Dunkeln, verschwindet aber im Licht. Erzähl deinem Partner, worüber du unsicher bist. Es ist sehr wahrscheinlich, dass er dich ansieht und sagt: "Wovon sprichst du? Ich finde dich wunderschön!" Wenn ihr Liebe macht, beschäftigt er sich wirklich nicht mit deiner Cellulite. Er beschäftigt sich mit dir, mit eurem Genuss und mit der Verbindung. Lass ihn dich bestätigen. Sex ist kein olympischer Sport, bei dem man Leistung erbringen muss; es ist eine Entdeckungsreise, die man gemeinsam unternimmt.

Zum Schluss: Nach Seinem Bild geschaffen

Als Christ darf ich dir noch eine zusätzliche Wahrheit mitgeben, eine, die tiefer geht als jeder psychologische Tipp. Du bist nach Gottes Ebenbild geschaffen (Genesis 1,27). Gott hat dich mit Aufmerksamkeit und Liebe geformt. Männlich und weiblich schuf Er sie, und Er sah, dass es gut war. Darfst du dich selbst mit diesem Blick ansehen?


 

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